FLOW: IM GLÜCKSRAUSCH

„Flow“ nennt man den Zustand, bei dem man völlig in einer Tätigkeit aufgeht. Eine Studie hat nun ergeben, dass Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz eher einen derartigen Glücksrausch erleben als andere.

Die „Flow“-Persönlichkeit

Ob man in diesen angenehmen, berauschenden Zustand gelangt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, unter anderem von klaren Zielen und der Persönlichkeitsstruktur.
Offensichtlich geraten manche Menschen leichter in den angenehmen Tätigkeitsrausch.
Anm.: Durch Neurostimulation (z.B. mit dem Whisper) kann der Zustand des „Flow“ weitaus leichter erreicht werden.

Die „Flow“-Persönlichkeiten sind nach neuesten Erkenntnissen besonders neugierig, ausdauernd und nicht selbstzentriert. In diesem Zusammenhang wurde auch der Begriff der „autotelischen“ Persönlichkeit geprägt. Diese Personen suchen angeblich die Herausforderung, sind weniger ängstlich und hochmotiviert.

Im Sport, unter bestimmten mediativen Zuständen oder bei der Arbeit ist der Flow-Zustand relativ gut untersucht, welche Faktoren das Erleben eines „Flows“ beeinflussen; Im Bereich der Musik wurde das Phänomen bisher nur wenig untersucht.

Die Musikwissenschaftlerin Manuela Marin von der Universität Wien und der britische Gehirnforscher Joydeep Bhattacharya verfassten nun darüber eine Studie.
Die Studie beschäftigte sich vor allem mit der Rolle der Persönlichkeit des Musikers und seinen Gefühlen, dabei sind letztere aus der Musik gar nicht wegzudenken.

„Musikalische Kommunikation basiert stark auf dem Ausdruck und der Rezeption von Emotionen, daher ist es für Musiker wichtig, effektiv mit Emotionen umgehen zu können“, so Marin.
Marin und ihr Kollege vermuten, dass das „Flow“-Erleben in jedem Fall mit dem Musikstück bzw. seinem emotionalen Gehalt zusammenhängen muss. Auch die Persönlichkeit und die emotionale Intelligenz spielen hierbei, ihrer Ansicht nach eine große Rolle. Belege für diese Theorie haben die Forscher nun in ihrer Untersuchung an 76 Klavierstudenten gesammelt. Diese mussten Psychotests absolvieren und Fragebögen zum Thema Musik ausfüllen.

Gefühlvoll und fleißig

Auswertung: Die Studie ergab, dass genau zwei persönliche Faktoren für das Erleben eines „Flows“ wichtig ist, nämlich eine laut Test hohe emotionale Intelligenz und häufiges Üben. Außerordentliche Leistungen hatten entgegen den Erwartungen keinen Einfluss darauf.

Aber auch die Musikstücke selbst dürften eine Rolle spielen: Emotional – stark aufgeladenen Stücke – egal ob negativ oder positiv – sind für den Tätigkeitsrausch ebenfalls hilfreich. Auch bestimmte Musikstile scheinen besonders geeignet zu sein. Als Beispiel: Für einen guten „Flow“ empfehlen die Wissenschaftler romantische Klavierstücke von Frédéric Chopin.

Quelle: „Frontiers in Psychology“: „Getting into the musical zone: Trait emotional intelligence and amount of practice predict flo in pianists“ von M. Marin und J. Bhattacharya, erschienen November 2013. // (Anm.: Eggetsberger-Forschung).
LINK: http://www.frontiersin.org/Journal/10.3389/fpsyg.2013.00853/abstract

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